Italien droht die Schuldenkrise

Die Liste der europäischen Sorgenkinder wird immer länger. Nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien droht nun auch Italien in die Schuldenkrise zu geraten. Der Euro fällt.

Die Ratingagentur S&P droht Italien mit einer schlechteren Bonitätsnote und senkt den Ausblick für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro- Zone auf “negativ“, wodurch Italien alsbald unter den EU- Rettungsschirm schlüpfen wird. 

Und die Märkte reagierten prompt: Die Risikoaufschläge für zehnjährige italienische und spanische Anleihen gegenüber den deutschen Papieren kletterten zeitweise auf den höchsten Stand seit Januar. Auch die Kreditausfallversicherungen (CDS) für die Länder am Rand der Euro-Zone schnellten in die Höhe. Anleger sehen die ultimative Gefahr, dass die Euro- Zone auseinander bricht!

Für Italien kommt der Warnschuss denkbar ungünstig: Bislang war es dem Mittelmeerland gelungen, sich trotz hoher Verschuldung weitgehend aus der Debatte um die Staatsschulden in der Euro- Zone herauszuhalten. Seit dem Hinweis der Ratingexperten kommen sie nun aber nicht mehr darum herum.

Demnach wird das Land Probleme mit seinen Plänen zur Schuldensenkung bekommen, sollte das Wirtschaftswachstum weiter schwach bleiben. Die Frage ist nun, ob italienische Anleihen nun auch in den Sog der hohen Risikoaufschläge wie die für griechische und irische Anleihen geraten. Derzeit kosten zehnjährige italienische Papiere knapp fünf Prozent wehrend griechischen und irischen Papiere mit 17 respektive 11 Prozent zu Buche schlagen.

Dass Italien Wachstumsprobleme hat, ist bekannt. Die Konjunkturentwicklung verläuft seit mehr als einem Jahrzehnt mehr als schleppend. Auf Druck der EU verscherbelt bereits die Regierung im großen Stiel, Italiens Silber. Mit Steuererhöhungen und Kürzungen der Gehälter für Staatsangestellte und der Anhebung des Renteneintrittsalter versucht Rom gegenzusteuern. Das Modell Griechenland greift, der Ausverkauf hat begonnen. Italien haben fertig!

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