Notkredit für Griechenland

Ratingagentur S&P stuft Hellas erneut ab.
 
Das finanziell angeschlagene Griechenland dürfte ein zweites Hilfspaket bekommen. Das ist offenbar das Ergebnis eines Krisentreffens, an dem unter anderen die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs teilnahmen. In Brüsseler Diplomatenkreisen werden zwar keine Zahlen genannt. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bestätigte aber Gespräche über neue Hilfen. Und die französische Finanzzeitung Les Échos berichtete von einem neuen Paket im Umfang von 20 bis 25 Milliarden Euro. 2010 hatte Athen einen Notkredit in Höhe von 110 Milliarden bekommen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat unterdessen die Bonität griechischer Anleihen erneut heruntergestuft.
Kein Austritt aus der Eurozone, keine sofortige Entschuldung, dafür aber mehr Geld für Athen: Auf diese Lösung scheinen sich die Finanzminister von Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden bei einem Treffen über die Schuldenkrise in Griechenland geeinigt zu haben. Die französische Finanzzeitung Les Echos berichtete, dass Athen einen neuen Kredit in Höhe von 20 bis 25 Milliarden Euro zugesprochen bekommen hat.

Der Hintergrund: Im Mai 2010 erhielt Griechenland von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Kredit in Höhe von 110 Milliarden Euro.

Offenbar hält man das inzwischen in Berlin, Brüssel, Paris und Athen für unrealistisch. Ob Athen den neuen Kredit direkt bekommt oder mit dem Geld seine Staatsanleihen – die derzeit recht billig zu haben sind – zurückkauft, blieb unklar. Auch eine offizielle Bestätigung des neuen Hilfspaketes gab es nicht. Allerdings bestätigten Brüsseler Diplomaten Gespräche über neue Hilfen. Und der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou erklärte in Athen, dass nach neuen Wegen gesucht werde um die griechische Schuldenlast 2012 zu mindern.

Ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone oder eine Umschuldung des Landes ist im Gespräch. Während ein Ausstieg aus der Währungsunion erhebliche Gefahren birgt, wird über eine Umschuldung bereits schon länger diskutiert.

Allerdings warnen Ökonomen, dass ein Schuldenschnitt fatale Folgen für Europas Kreditinstitute hätte. Die Streichung von 50 Prozent der griechischen Staatsschulden würden dem deutschen Bankensystem 25,7 Milliarden Euro kosten. Nach Ansicht von Ratingagenturen und Ökonomen müssten 50 bis 70 Prozent der Schulden Griechenlands gestrichen werden, damit sich das Land erfangen kann.

Dass ein Schuldenschnitt für Gläubiger bevorsteht, damit rechnet inzwischen aber auch die US- Ratingagentur Standard & Poor’s. Kurzfristige Papiere mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten bewertet sie jetzt mit der Note “C”. Soll heißen: Die Papiere gelten als hochriskant und ein Zahlungsausfall als wahrscheinlich.

Athen Aussichten sind mehr als düster. Schon jetzt sinken die Steuereinnahmen erheblich, im Gegenzug erhöht der Staat fortlaufend Steuern und Abgaben. Inflationsängste und Hohe Arbeitslosigkeit begünstigen Griechenlands defizitären Abstieg. Ein Ende ist nicht in sicht. Die OP ist nicht gelungen, der Patient liegt im Sterben.

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