Achtlose und verwerflich

welt10Letztens besuchte ich eines der vielen Musen, in jener Stadt, in welcher ich hin und wieder verweile, wo die großen Meister ausgestellt sind. Wie üblich war der Besucherandrang überwältigend, somit nervig. Dem verweilen, betrachten, sich einleben in jene Magie, welche das Kunstwerk darbietet, störte fortwährend jene Gestalten die sich kurzzeitig, oft mit Kopfbedeckung, mein Sehfeld kreuzten, was letztlich dem sich Zeit nehmen zuwiderläuft.

So gesehen gleicht unsere politische Wahrnehmung, jenen Museumsbesuch, der mir widerfahren ist. Den Blick auf das Kunstwerk gerichtet, wo in mitten Katharina die Große Thront. Zu ihren Füssen liegend jenes Schild, inmitten das Wappen der Zaren, zeigt. Reichsapfel zur linken und Reichsschwert rechts händisch abwärts gewannt auf eine Insel weisend, die in ihrer Kartografie der Krim gleicht.

Dem Panorama folgend, ist erkennbar, das sich eine Gruppe Menschen, westwärts aus dem dunkel gehaltenen Bildbereich schleicht, wobei ihre Blicke huldigend Katharina die Großen zugewandt ist. Ostwerts auf einer Empore in Sonnenschein gehalten, ein Volk kniend, über dessen Köpfen die Reichsode weht. Welch Meisterwerk das nunmehr zweihundert Jahre alt und doch die heutige westliche Verblendung aufs trefflichste illustriert.

Unser täglicher Augenschein jener TV Bilder, die uns nunmehr Täglich überkommen, zeigen eine total unterforderte NATO, deren Protagonisten zu liebst in den Krieg ziehen wollen, um wieder an ehrenvoller Größe zu gelangen. Einen David Cameron der händeringend, das Völkerrecht bemüht, um Bodentruppen in Syrien einsetzen zu können, um dort das Töten zu beschleunigen. Eine Allianz die unentwegt vorgibt Menschen retten zu wollen, dabei Staaten ins Karos stürzt, verwüstet und großräumige Zerstörung hinterlässt. Innenminister denen die Volksüberwachung nicht weit genug geht. Und Politiker, welche Vertragsbruch und Wortbruch, eine ehrenvolle Tugend ist.

Will einer, dies alles in einem Bild skizzieren, tut sich ein tiefer Abgrund auf, indem Finsternis überwiegt.

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