Chronologie der Krise

Ein neuer EU-Gipfel, das altes Thema: Die Schuldenkrise. Ein Rückblick auf die vergangenen Jahre:
2009

Dezember: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nennt Berichte über eine mögliche Staatspleite “völlig abwegig”: “Griechenland ist nicht bankrott und wird es auch nicht sein.”

2010

Januar: Spaniens Regierung kündigt einen dreijährigen Sparplan an.

Mai: Die Euroländer und der Internationale Währungsfonds (IWF) gewähren Griechenland Notkredite in der Höhe von
110 Milliarden Euro. Für weitere Notfälle in anderen Euroländern wird der befristete Rettungsfonds EFSF ins Leben gerufen.

Juli: Italien legt ebenfalls ein Sparprogramm auf.

November: Irland bekommt als erstes Land Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF in Höhe von 67,5 Milliarden Euro zugesagt. Wie bereits Griechenland muss auch Irland im Gegenzug ein Sparprogramm umsetzen.

Dezember: Um die Ausbreitung der Krise zu verhindern, vereinbaren die Staats- und Regierungschefs, den ständigen Krisenfonds ESM aufzubauen.

2011

April: Nach langem Zögern erklärt auch Portugal, dass es Notkredite braucht. Schließlich werden Hilfen in Höhe von 78 Milliarden Euro beschlossen.

Juni: Athen beantragt ein zweites Hilfspaket.

Juli: Die Euroländer beschließen das zweite Griechenland-Paket mit mehr als 109 Milliarden Euro. Dieses Mal sollen sich auch die Privatgläubiger beteiligen.

August: Italien und Spanien kommen an den Finanzmärkten unter Druck. Die französische Regierung verkündet ein Sparprogramm.

Oktober: Griechenland erreicht die vereinbarten Sparziele nicht. Bei zwei Gipfeltreffen binnen vier Tagen wird ein neuer Rettungsplan geschmiedet. Athen bekommt neue Hilfen von insgesamt 130 Milliarden Euro. Im Rahmen eines Schuldenschnitts verzichten die privaten Gläubiger auf rund die Hälfte ihrer Forderungen.

November: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird durch den früheren EU-Kommissar Mario Monti ersetzt.

Dezember: Die Europäische Zentralbank verleiht Rekordsummen zum Billigzins an die Banken, um den Markt zu beruhigen. Die neue Regierung Spaniens verkündet weitere Einsparungen.

2012

März: Außer Großbritannien und Tschechien unterzeichnen alle EU-Länder den Fiskalpakt, der Haushaltsdisziplin und Schuldenbremse vorschreibt und künftige Schuldenkrisen verhindern soll.

Mai: Bei den Griechenland-Wahlen gewinnen jene Parteien dazu, die den Sparkurs ablehnen. Eine Regierungsbildung scheitert.

Juni: Nach Neuwahlen in Griechenland bilden Parteien,
die dem Sparkurs grundsätzlich zustimmen, die Regierung. Spanien (100 Milliarden) und Zypern (15 Milliarden) beantragen Finanzhilfe. Damit benötigt fast ein Drittel der 17 Euroländer Unterstützung. Italien hat Finanzhilfe  von  250 Milliarden Euro erwogen.

Griechenland 349,0 Milliarden Euro
Portugal   78,0  Milliarden Euro
Irland     67,5 Milliarden Euro
   ———————————
Macht insgesamt  494,5 Milliarden Euro.

Weder Griechenland, Portugal noch Irland haben bisher einen Euro Schulden Getilgt. Im Dezember 2011 verleiht die Europäische Zentralbank die Rekordsummen von 500 Milliarden an die Banken. Und eine Ende ist nicht abzusehen. Das Märchen von der Eurorettung geht als unvermindert weiter.

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